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ABIT VP6

Das ABIT VP6 war wahrscheinlich eines der
Mainboards, auf das im Jahr 2000 am meisten gewartet wurde. Wir haben
bereits seit Herbst 1999 darauf gewartet. Seinerzeit hatte Intel dem
Celeron im PPGA Sockel Lebewohl gesagt und auf den neuen FC-PGA Sockel
umgestellt. Damit wurde klar, das geradezu legedäre Dual Celeron Board
BP6 hätte bald sein Ende erreicht. Das BP6 hatte durch die Möglichkeit
des äußerst preisgünstigen Dualprocessing (SMP) geradezu eine neue
Subkultur in diesem Bereich begründet. Das erste Mal wurde der normale
Anwender in die Lage versetzt, ein Multiprozessorsystem zu nutzen, ohne
dafür seine Wohnung verpfänden zu müssen.
Für die noch nicht Eingeweihten, hier ein wenig Hintergrundinfo: SMP
steht für Simultaneous MultiProcessing. Das bedeutet wiederum, dass mit
SMP-fähigen Systemen, die Arbeitslast des Computers gleichmäßig auf
mehr als einen Prozessor aufgeteilt werden können. Das allerdings
bedeutet nicht, dass der Computer somit automatisch doppelt so schnell
würde, oder der CPU-Takt somit doppelt so hoch wäre. Aber trotzallem
wird beim Gebrauch von Programmen, die für den Mehrprozessorbetrieb
ausgelegt sind, eine wesentlich schneller Arbetiszeit erreicht. Aber für
viele Normalanwender liegt der Vorteil besonders im Multitasking. So kann
man vielerlei Programme gleichzeit laufen lassen, ein Flut von Fenstern
gleichzeitig öffnen und offen halten, ohne dabei ständig Angst vor dem
nächsten Systemabsturz haben zu müssen.
Die geradezu revolutionäre Stärke des BP6 bestand darin, dass es uns die
Möglichkeit gab, auf Grund von superbilligen und enorm übertaktbaren
Celeron Prozessorenein Dual-System aufzubauen. Das lief der Intel
Strategie völlig entgegen, denn man hatte niemals geplant, SMP für den allgemeinen Massenmarkt bereitzustellen. Hierfür hatte man Xeon-Prozessoren
und i840-basierenede Server-Boards erkoren. Vor diesem Hintergrund hatte
man bei Intel riesige Furcht, ein ABIT BP6 mit zwei Celeron CPUs bestückt
könne größere Teile des hochlukrativen Servergeschäftes kaputt machen.
Intel verkündete also Celeron CPUs seien überhaupt nicht in der der
Lage, im Dualbetrieb zu laufen. Glücklicherweise konnten die Ingeneure
bei ABIT das Gegenteil beweisen, und so erhielt SMP das erste Mal Einzugin
den ganz schnöden Normalverbraucher-Markt..
Und heute stellt sich die Situation wieder ganz anders dar. Die Celeron 2s
sind tatsächlich ihrer Dual-Fähigkeiten beschnitten worden und der
Dual-Sockel A mit 760MP Chipsatz von AMD hat noch nicht den Markt erreicht (und
Gerüchten zu Folge sollen entsprechende Boards allerdings
verhältnismäßig teuer ausfallen, da sie im "Extended ATX"
Formfaktor und mit 6 Lagen daherkommen sollen). So sind wir also an den
derzeit einzigen Chipsatz für preiswertes Dual-Rechnen auf dem Markt
gebunden, und das bedeutet teure PIIIs. Mit dem bereits bekannten und
getesteten VIA's 694X Chipsatz in der "DP" Version wird dem
Chipsatz die Dual-Fähigkeit für PIIIs beigebracht. So gibt es
mittlerweile auch folgerichtig eine nette Auswahl verschiedener dieser
Boards. Das ABIT VP6 ist eines solcher Boards. Es war schon ein
Verführung für uns, also ran geht's, herauszufinden ob es die
Erwartungen erfüllen kann…
Eine kurze Anmerkung noch, bevor es los geht: Windows9X/ME können die
Dual-Fähigkeiten nicht nutzen. Man muß also schon auf Windows NT/2000, Linux
oder Free BeOS umsteigen. In unserem Testbereicht verwenden wir Windows 2000 Professional.
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