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ABIT VP6
Übertakten und BIOS Einstellungen
Das VP6 war das erste VIA 694X Board von ABIT,
das das SoftMenu
III mit 1MHz-Schritten für die FSB-Einstellungen beinhaltete. Keines der
zuvor vorgestellten "V" Boards (VA6, VT6X4, VL6,
VH6) hatte dieses Feature. Allerdings ist auch das neuere VH6-II hiermit
ausgestattet. Daher gehen wir davon aus, das dieses Feature mit dem
Taktgenerator-Chip in Zusammenhang steht. Wie dem auch sei, Übertakten
wird damit noch einmal leichter und punktgenauer gestaltet.
Selbst wenn man nicht mit dem CPU Takt herumspielen will, so ist es aber
doch in jedem Falle mehr als ratsam, sich etwas um die
Systemspeichereinstellungen zu kümmern, und diese aggressiver zu
gestalten. Das ist um so ratsamer, da diese Modifikationen sehr einfach
sind und ein riesiges Plus an Leistung mit sich bringen. Und so geht's: Im
BIOS unter "Advanced Chipset Features" finden sich vier Zeilen,
die jeweils "DRAM Timing" anzeigen, also für jeden
DIMM-Steckplatz ist eine individuelle Einstellung möglich. Stellen Sie
die Einstellungen für den Steckplatz, den Sie mit SDRAM bestückt haben
auf "Turbo". Ändern Sie "DRAM Bank Interleave"
zu 4-Way und
"SDRAM Cycle Length" zu 2. Weiter setzen Sie für "Fast R-W Turn Around"
den Wert auf Enable. Abschließend sollte die Einstellung für "Delay DRAM Read Latch"
auf "no delay" angepaßt werden.
Auch den Prozessor zu übertakten ist eine einfach Angelegenheit und nicht
allzu gefährlich, solange man darauf achtet, die Voltagen nur soweit
auszuspielen, wie es der Kühler kompensieren kann. Um sicher zu gehen
sollte man unter "PC Health Status" einen Temperaturwert
eingeben, der, wenn überschritten, eine Warnung von sich gibt. Ein Wert
um die 50°C sollte hier bei Intel Prozessoren ein gesundes Maximum
darstellen.
Die Geschwindigkeiten der CPU berechnet sich auf dem Front Side Bus (FSB)
mal genommen mit einer Nummer, die als Multiplikator bezeichnet wird. Wir
verwendeten zwei 800MHz PIIIs mit einem FSB von 133MHz; daher ist der
Multiplikator unserer CPUs 6. Der Multiplikator ist bei PIIIs
unveränderbar. Allerdings kann man den "CPU Operating Speed" (im SoftMenuIII)
ändern und auf
"User Define" setzen. Somit können wir durch Veränderung des
FSB (im Soft Menu als "Host Clock" bezeichnet) die CPU
Geschwindigkeit abändern.
ABIT stellt zwei Möglichkeiten zur Verfügung, und das zu erreichen: Die "Host Clock"
Einstellungen erlauben es, den FSB in groben Schritten zu
verändern. So ist beispielsweise die nächst höhere Einstellung nach
einem FSB von 133(MHz) die 140, die nächste Einstellung hier nach liegt
dann erst wieder bei 150. Da wir keine Probleme hatten bei der
Übertaktung bis auf 140, versuchten wir als nächstes die 150. Aber bei
diesem Takt gelang es uns nicht mehr, Windows hochzufahren. Zu diesem
Zeitpunkt war der Punkt gekommen, auf die zweite Methode zurückzugreifen:
"FSB Plus" macht es möglich, das Übertakten in 1MHz Schritten
fortzufahren. Also haben wir zu den erfolgreichen 140 ein weiteres Mhz
hinzugefügt. Auch kein Problem. Als wir dann allerdings noch ein weiteres
Mhz höher gingen, konnten wir nicht mehr korrekt Windows hochfahren. Das
Ende der Fahnenstange war also mit 141 erreicht. Damit hatten wir eine CPU
Geschwindigkeit von 846MHz erreicht.
Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen, benötigt der Prozessor häufig
ein wenig mehr Saft. Dazu haben wir die core voltage ("Vcore")
um .05V über die Voreinstellung angehoben und die I/O Voltage um .1V
erhöht..
Die ereichten 141 im Dualbetrieb waren zwar ganz nett, aber wir gingen
davon aus, dass der Chipsatz und die CPUs noch mehr zu bieten hätten.
Also entschlossen wir uns, das VP6 nur mit einem Prozessor zu bestücken,
und zu sehen, wie weit sich dieser unter solchen Bedingungen tunen lassen
würde. Interessanterweise konnten wir beide Prozessoren im Einzelbetrieb
jeweils bis auf 158 pushen. Warum also konnten die beiden im Dualbetrieb
nicht auf diese Werte kommen? Einer der Hauptgründe wird wohl darin
bestehen, dass das VP6 keine separaten Einstellmöglichkeiten der CPU
Vcore bietet, wie das noch auf dem BP6 der Fall war.
Weitere BIOS tweaks:
DRAM Clock: Hier gibt es drei Optionen: Host Clock (1), Host Clock+PCI (2)
oder HostClock-PCI (3). Da PCI hier ein Viertel des FSB ist, bedeutet das
(1) dass man seinen Speicherbus mit der
selben Geschwindigkeiten laufen lassen kann wie der FSB
(2) dass man seinen Speicherbus mit 125% des FSB laufen lässt, oder
(3) dass man seinen Speicherbus mit 75% des FSB laufen lässt.
Unser Speicher war PC133, hatte allerdings
auch keinerlei Schwierigkeiten mit 141Mhz zu laufen.
Hardwired IOQ: Alles ABIT dieses Feature das erste Mal auf einem BX
Chipsatz Board vorstellte, trug es noch den Namen "In-Order Queue
Depth". Die möglichen Einstellung variieren von Chipsatz zu Chipsatz;
auf VIA 694X gibt es die Wahl zwischen 4 oder 1. Der höhere Wert ist
hierbei besser. So wähle man denn 4.
AGP Settings (unter "Advanced Chipset Features"): Wenn Sie eine AGP4X
Karte verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie "AGP4X" und "AGP Fast Write"
auf
enabled stellen. Die "AGP Aperture Size" und "AGP Driving
Control" Einstellungen verbessern hingegen die Performance auch dann
nicht, wenn man sie auf die maximalen Einstellungen setzt. Hier kann man
die Einstellungen ruhig auf "auto" belassen.
Anmerkung: Sollten Sie aufgrund dieser Einstellung Probleme bekommen
Windows hochzufahren, gehen Sie einfach ins BIOS zurück und wählen die
Option "Restore Default Settings". Somit werden die
ursprünglichen Einstellungen wieder eingerichtet. Wenn es allerdings
sogar soweit gekommen ist, dass Sie nicht einmal mehr ins BIOS vordringen
können. Nehmen Sie Ihre System vom Stromnetz und setzen Sie den CMOS Jumper
(dieser befindet sich südlich von der Batterie) auf Pin 2 und 3. Belassen
Sie ihn dort für einige Sekunden, und setzen Sie ihn dann wieder um.
Fahren Sie Ihr System wieder hoch, und die Ursprungseinstellungen im BIOS
sind wieder hergestellt.
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