MONKEY
ISLAND 4 (Lucas Arts)
Die 3 Jahre langen Wartens haben sich gelohnt. Endlich
veröffentlichen Lucas Arts den vierten Teil der Kultserie Monkey Island :
„Flucht von Monkey Island“.
Skurril, witzig, abgefahren und in echtem 3D präsentiert sich der neueste
Teil!
VORGESCHICHTE
Am Ende des dritten Teils wurde der fiese, stinkende Voodoo-Pirat LeChuck in
seinem eigenen teuflisch mörderischen Vergnügungspark „Big Whoop“ in
einen Eisblock verwandelt. Die Welt schien gerettet zu sein : der coole Möchtegernpirat
Guybrush heiratet Elaine, die Liebe seines Lebens. Nach dreimonatigen
Flitterwochen kehren die beiden nach Melee Island zurück und nichts ist so,
wie es vorher war... Hier setzt die Handlung des vierten Teils ein.
Elaine, Gouverneurin von Melee Island wurde zwischenzeitlich für tot erklärt
und ein fieser Konkurrent, namens Charles L. Charles, macht ihr den Posten
streitig, während ein geldgeiler Australier versucht die gesamte Karibik
aufzukaufen und in eine riesige Touristenattraktion zu verwandeln.
Im Spiel trifft man auf viele alte Bekannte, wie Stan, den hektischen und
durchgeknallten Verkäufer oder auch auf Murray, den größenwahnsinnigen
Totenkopf (den man diesmal leider nicht mit sich rumtragen kann, dafür kann
man stattdessen eine muhende Ente in sein Inventar aufnehmen). Auch andere
alte Charakteren sind zu bestaunen und sorgen immer für den ein oder anderen
Deja-vu-Effekt.
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Elaine und
Charles L. Charles führen einen erbitterten Wahlkampf |
GRAFIK
Das neue Monkey Island präsentiert sich in 3D, wie auch schon das letzte
Adventure aus dem Hause Lucas Arts „Grim Fandango“. Dies schmälert den
schönen Zeichentrickcharme aus dem Vorgänger ein wenig.
Leider unterstützt Monkey Island 4 nur eine Auflösung, nämlich 640 x 480,
was eigentlich nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht.
Schade Schade, aber durch liebevolle Animationen und passende
Zwischensequenzen wird dieses kleine Manko gut wieder ausgeglichen. Besonders
gut ist Konvertierung der einzelnen Figuren aus dem alten 2D-Zeichentrickstil
ins Dreidimensionale gelungen, denn alle alten Bekannten sind auf den ersten
Blick gut zu erkennen (noch nie sah Elaine so gut aus).
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Eine schöne
Elaine kämpft mit Bösen Piraten. |
SOUND
Der Sound ist rundum gelungen. Altbekannte Synchronsprecher, vertraute
Calypso-Rhythmen und man fühlt sich als alter Monkey Island Spieler wie zu
Hause, in dem Karibikambiente. Die Übersetzung der Gags ins deutsche darf als
gelungen betrachtet werden, denn mehr als ein Mal sitzt man lachend vor dem
Monitor.
Leider passen die Dialoge nicht immer ganz synchron zu den Lippenbewegungen
der Figuren, aber aufgrund der humorvollen Gespräche und den einfallsreichen
Wendungen der spannenden Geschichte fällt das gar nicht weiter auf.
Hervorzuheben ist auch der häufig wechselnde Soundtrack, der sich auf
wundersame Weise immer der gegebenen Situation anpasst.
GAMEPLAY
- Steuerung
Die Steuerung ist leider ähnlich nervig, wie die von „Grim Fandango“. Ständig
eckt man irgendwo an oder bleibt an einer Ecke hängen. Das zehrt an den
Nerven des Spielers. Allerdings gibt es auch einige Verbesserungen : auf
Knopfdruck lässt sich die aktuelle Spielszene ohne mühseliges Rumlaufen
verlassen und eine Textzeile gibt schon Hinweise auf die Nutzung des
jeweiligen Gegenstandes (z.B. „Jongliere Kokosnuss“).
Dennoch vermissen Lucas Arts-Adventure-Veteranen die gelungenere
Maussteuerung. Monkey Island 4 lässt sich per Tastatur und per Gamepad
spielen, wobei nur die letztgenannte Variante empfehlenswert ist.
Ein weiteres kleines Manko ist die Auswahl der zu benutzenden Gegenstände,
denn leider ist die Schatztruhe weg. Als Ersatz hat Lucasarts ein 3D
Auswahlmenü kreiert, das allerdings ein wenig unübersichtlich erscheint.
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Das
Auswahlmenü |
-Rätsel
Die Rätsel, das Herzstück eines jeden Adventures, sind skurril und
aberwitzig, wie immer. Sie sind meistens logisch und man kommt nach ein wenig
Überlegung auf die richtige Lösung, allerdings sind im Spiel auch zwei bis
drei Rätsel, bei denen man nur mit einem Knoten im Kopf oder als Insasse
einer geschlossenen Anstalt auf die richtige Lösung kommt. Welche das sind,
wird an dieser Stelle nicht verraten. An solchen Stellen sollte man immer den
Wombat ansprühen.
Auch erfahrene Adventurespieler haben an den meist doch recht anspruchsvollen
Rätseln gehörig zu knacken, gerade, weil das Programm so manche falsche Fährte
legt. Oft kommt man nur durch konsequentes Rumprobieren weiter. Aber nicht
aufgeben, denn der Aufwand lohnt sich.
Ein absolutes Rätsel-Highlight ist der „Monkey Kombat“. Hierbei handelt
es sich um eine Mischung
aus „Mortal Kombat“ und „SchnickSchnackSchnuck“, quasi ein Spiel im
Spiel.
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Der
Monkey-Kombat. Echt
gut- Echt witzig. |
FAZIT
Trotz der erwähnten Schwächen in punkto Grafik, Unlogik und Steuerung ist
Monkey Island 4 ein würdiger Vertreter der Monkey Island-Reihe und das
derzeit beste Adventure auf dem Markt.
Zu diesem Ergebnis tragen der sehr gute Sound, der kreative Humor und die nett
animierten alten Bekannten bei. Besonderes Vergnügen bereitet es denen, die
auch schon die Vorgänger dieses Spieles gespielt haben. Denn es sind sehr
viele Insider-Gags vorhanden, die immer wieder für einen „Brüller“
sorgen. Aber auch Monkey Island-Neulinge werden eine Menge Spass haben.
Aufgrund des süchtigmachenden Gameplays ist Monkey Island 4 eine absolute
Kaufempfehlung für Adventurefreunde und solche, die es werden wollen.
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